Einblick auf den Laborraum von den P-Bodies

Processing-Bodies (P-Bodies) sind dynamische Herdstrukturen im Stoffwechselapparat der eukaryotischen Zelle. Sie dienen hauptsächlich dem Abbau von mRNA. Im Zuge dieses Prozesses stoßen sie sich von ihrer Umgebung ab, verbinden sich zu neuen Entitäten oder vertilgen einander. Sie sind Informationsträger und –verarbeiter zugleich, ihr Funktionsmuster schwankt zwischen Zersetzung und Durchlässigkeit. Die molekularbiologische Vielschichtigkeit dieser nach Neuordnung und Vernetzung strebender Körper reflektiert namensgebend die inhaltlichen Ziele und die programmatische Linie des Vereins.

 

Am Dienstag, den 14 Februar sind wir in dem Laborraum von den P-Bodies geschlüpft. Drei Tage vor dem Auftakt des Open Spaces Festivals #1 – 2017 haben wir drei Künstler_Innen getroffen, die vom P-Bodies Festival in die Uferstudios eingeladen wurden.

 

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Foto: Aneja Kasenow

 

Man hört Schritte, Papiere rascheln, tiefe und langsame Atmungen.

Man sieht lange halbtransparente Vorhänge –weiße engmaschige Netzte viele Tische, Kartons, Styroporkugeln am Boden, in der Ecke unter einem warmen Licht ein mit Insekten gefülltes Glasgefäß, gelbe Blumen in einem Gefäß am Boden, daneben eine kniende Puppe, Fotos auf eine Leinwand gezogen, eine Diskokugel hängt mitten im Raum, ein wackeliger Regalboden, zwei Bügelbretter, ein aufgespannter Regenschirm, ein Beamer.

Der Blick kann sich leicht verlieren.

 

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Foto: Marina Stephan

 

William arbeitet leise in einer Abteilung des Raumes. Er untersucht, was die Geschichte eines Gegenstandes sein kann und wie diese beispielweise durch Recycling zum Leben erweckt werden kann.

Rosemarie beschäftigt sich heute mit Puppen. Sie überlegt, ob sie ein Haus dafür baut.

Britta inspirieren Fotos von einem Tanzsolo und arbeitet in diesem Moment mit einem Kostüm und Steinen. Sie untersucht die Positionen und die Bewegungen, die in dem Solo getanzt wurden.

 

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Foto: Anelja Kasenow

 

Was am Dienstag einstimmig aus unseren Gespräche hervorgeht ist die Verbindung, die sie zueinander haben. Ähnlich der chemischen Strukturen arbeiten die Künstler_Innen.

William vergleicht die gewissenhafte Arbeit von den P-Bodies mit einem Tentakel. Man taucht in der Arbeit eines anderen ein und geht wieder mit dem ständigen Versuch im Dialog miteinander zu bleiben. Nach Phasen der Einzelarbeit tauschen sie sich wieder aus und untersuchen unter anderem inwiefern das benutzte Material sich ähnlich oder unterscheidet.

Ein Nachmittag in dem eigens kreierten Workspace von den P-Bodies ist genau das: Das Beobachten der eingetauchten Wurzeln von Pilzen, wie es William beschreibt und eine sehr schöne Atmosphäre.

 

I’m yours, object. Stillnes holds my gaze.

Oh call for, desire. Loose ends are yet to come.

 

Um weiteres über Liegengebliebenes, Unvollendetes und Unerfülltes zu erfahren, muss man am Samstagabend für die Eröffnung des Experimentalraumes zu dem ersten Abend des Open Spaces Festivals kommen.

18.02. / 19:00 P-LABORATORY: WONDER ROOMS VOL. 1
Showing – Lecture Performance / Eintritt frei

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